Was das System nicht leistet
SAMOWESP ist ein Lagebild und eine Früherkennungshilfe, kein Echtzeit-Alarmsystem. Diese Grenzen sind messbar und werden hier benannt, weil ein Nutzer sie kennen muss, bevor er auf die Karte vertraut.
- 1Sechs Beobachtungsfenster pro Tag
- Die Überflüge liegen bei 23 bis 2 Uhr und 10 bis 13 Uhr UTC. Zwischen 15 und 1 Uhr Ortszeit gibt es praktisch keine Beobachtung — also genau im nachmittäglichen Maximum der Brandentstehung.
- 2Rund drei Stunden Latenz
- Außerhalb Nordamerikas stehen die Detektionen etwa drei Stunden nach dem Überflug bereit. Zusammen mit der Beobachtungslücke sind im ungünstigsten Fall über zwölf Stunden Verzug möglich.
- 3Bewölkung blendet
- Thermische Detektion durchdringt keine Wolkendecke. Ein Nullbefund ist keine Entwarnung. Die Karte unterscheidet deshalb sichtbar zwischen „nichts erkannt“ und „nicht beobachtet“.
- 4Untergrenze der Erkennung
- Ein Pixel misst 375 Meter. Nachts werden Flammen ab etwa zwei Quadratmetern erkannt, tagsüber ab etwa vierzig. Kleine, schnell gelöschte Feuer fehlen systematisch.
- 5Industrielle Dauerwärmequellen
- Stahlwerke, Kraftwerke und Zementwerke erzeugen jeden Tag dieselbe thermische Signatur. SAMOWESP holt die bekannten Standorte über eine eigene FIRMS-Abfrage und kennzeichnet solche Punkte, statt sie als Großbrand zu zeigen. Diese Abfrage braucht einen NASA-Zugangsschlüssel; ob sie läuft, steht unten.
- Zustand: Die Maske läuft NICHT. Der dafür nötige NASA-Zugangsschlüssel (FIRMS_MAP_KEY) ist nicht hinterlegt, die Abfrage schlägt bei jedem Lauf fehl, und keine einzige Detektion ist als Dauerwärmequelle markiert. Kraftwerke und Stahlwerke erscheinen bis dahin als gewöhnliche Detektion. Der Ausfall steht auch im Abrufprotokoll des Lagezentrums.
Diese Grenzen sprechen nicht gegen das Lagebild, sie bestimmen seinen Gebrauch: SAMOWESP zeigt, wohin zuerst zu schauen ist. Die Entwarnung für einen Abschnitt gibt allein die Erkundung vor Ort.