Die Forschungs-Schnittstelle
Unter /api/v1 liegen fünf Datenendpunkte: Aktivfeuer-Detektionen, Brandflächen, Brandgefahrenindex, Sensorstationen und Sensormesswerte. Jeder liefert wahlweise JSON oder CSV, jeder nimmt einen Zeitraum und einen Gebietsfilter entgegen.
Der Zugang läuft über einen persönlichen Schlüssel, der im Kopf der Anfrage mitgeschickt wird. Die Beschreibung des Vertrags — Parameter, Statuscodes, Beispiele in curl, Python und R — ist ohne Anmeldung lesbar: Ein Studierender muss wissen, wie man einen Schlüssel benutzt, bevor er einen hat, und ein Gutachter muss die Methodikangaben einer Arbeit prüfen können, ohne je einen Zugang zu besitzen.
Reproduzierbarkeit
Vier Zusagen machen eine Arbeit auf diesen Daten nachvollziehbar.
Alle Zeitstempel sind UTC — gespeichert, gerechnet und ausgeliefert. Angezeigt wird in Ortszeit, aber was über die Schnittstelle geht, ist ausnahmslos UTC.
Simulierte Stationen tragen ein eigenes Feld und sind damit in jeder Auswertung ausschließbar. Eine Arbeit, die versehentlich auf Demonstrationsdaten rechnet, wäre wertlos, und der Fehler wäre von außen nicht zu sehen.
Messwerte gibt es als Rohreihe und als korrigierte Reihe, wählbar über einen Parameter. Die Rohreihe ändert sich nie; die korrigierte trägt die Version des Korrekturmodells.
Und die Schnittstelle ist versioniert: Ein Wechsel des Antwortformats bekäme eine neue Versionsnummer im Pfad, statt bestehende Auswertungen still zu brechen.
Offene Datensätze
Je Saison ist ein eingefrorener, zitierfähiger Datensatz vorgesehen — veröffentlicht mit einem eigenen Bezeichner (DOI) unter Creative Commons Attribution. Damit sind Abschlussarbeiten und Veröffentlichungen auf dieses Netz zitierbar, und das Netz wird seinerseits akademisch referenziert.
Die Regel dahinter ist dieselbe wie bei der Bodensensorik: Rohdaten sind unantastbar, Korrekturen sind versionierte Ebenen darüber, und die Methodendokumentation liegt jedem Datensatz bei.
Themenkatalog für Abschlussarbeiten
Acht Themen zum Start, jährlich mit den betreuenden Lehrstühlen fortgeschrieben. Jede abgeschlossene Arbeit wird im Jahresbericht geführt und auf der Plattform verlinkt.
| Thema | Kernfrage | Datengrundlage | Niveau |
|---|---|---|---|
| Kalibrierung günstiger Feinstaubsensoren gegen eine Referenz | Wie gut wird ein günstiger Sensor nach Kolokation und Korrektur? Welche Korrekturklasse — linear, feuchteabhängig, lernend — lohnt den Aufwand? | Kolokationskampagnen, amtliche Referenzstation | Bachelor / Master |
| Inversionswetterlagen im Talkessel | Wie prägen Talkessel-Inversionen die Feinstaubverteilung über Stationshöhen und Tageszeiten? | Stationsnetz und Wetterdaten, Wintersaison | Master |
| Rauch-Frühsignatur gegen Satelliten-Latenz | Wie viele Minuten oder Stunden liegt das Muster des Bodennetzes vor der ersten Satellitendetektion mit ihren rund drei Stunden Latenz? | Sensorebene gegen FIRMS-Archiv | Master |
| Energieprofil eines Funk-Sensorknotens | Wie sieht die reale Energiebilanz der Laternen-Architektur mit Nachtladung und Tiefschlaf gegenüber der Auslegung aus? | Telemetrie von Akkuspannung und Ladezustand | Bachelor |
| Feuchte-Bias optischer Partikelzähler | Wie groß ist der Effekt der Wasseraufnahme im lokalen Klima, und wie lässt er sich korrigieren? | Kolokation und Klimareihen | Bachelor / Master |
| Alterung und Drift der Feinstaubsensoren | Wie driftet ein Sensor über Betriebsmonate, und wann ist Tausch günstiger als Korrektur? | Rotationsdaten und Änderungsprotokoll | Bachelor |
| Ausbreitungsmodellierung und Quellsuche | Lässt sich aus Stationsmuster und Windfeld die Quellregion eines Feinstaub-Ereignisses eingrenzen? | Stationsnetz, Wetter, Ereignisprotokoll | Master |
| Wassertemperatur und Niedrigwasser der Bosna | Was zeigen Zeitreihen der Wasser-Variante über Hitzesommer, Niedrigwasser und Dürre? | Wasser-Boxen im Flusslauf | Bachelor / Master |
Betreuung und Trägerschaft
Das Netz soll von einem eingetragenen Verein von Studierenden in der Föderation Bosnien und Herzegowina betrieben werden: Wartung, Kalibrier-Rotation, Datenqualität und die erste Anlaufstelle für Behördenfragen. Die samoLabs baut das Produkt, installiert es und trägt die Produktverantwortung.
Je Universität ist eine betreuende Professur als Mentor vorgesehen, die Abschlussarbeiten aus dem Katalog begleitet — angestrebt sind die Universitäten Zenica und Sarajevo. Konkrete Fakultäten und Ansprechpersonen sind vor Pilotstart zu klären; hier steht der Plan, nicht der Vollzug.
Der akademische Eigenantrieb ist zugleich die Versicherung gegen das übliche Schicksal von Sensor-Pilotprojekten: Ein Netz, das zitiert wird und auf dem laufend Arbeiten entstehen, hat Fürsprecher über die Förderperiode hinaus.
Zugang
Ein Schlüssel für die Forschungs-Schnittstelle wird auf Anfrage vergeben. Wer eine Arbeit plant, sollte Thema und Zeitraum nennen — daran hängt, welche Endpunkte und welche Zeiträume freigeschaltet werden.