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SAMOWESP
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Sentinel-2 — zehn Meter

Sentinel-2 beantwortet nicht die Frage, wo es brennt, sondern die danach: wie weit ist es gekommen. Zehn Meter Bodenauflösung sind der Unterschied zwischen einem Wärmefleck und einem Brandrand.

Betreiber
ESA · Copernicus
Produkt
L2A, Echtfarben (visual)
Auflösung
10 m
Wiederkehr
alle 2–3 Tage je Ort
Bezug
AWS Open Data (STAC), eigener Kachelschnitt
Abdeckung
Zoomstufe 10 bis 14

Was das Bild zeigt

Sentinel-2 misst kein Feuer, sondern reflektiertes Sonnenlicht. Was es liefert, ist ein Echtfarbenbild in zehn Metern Bodenauflösung. Erstmals ist damit ein einzelner Brandrand zu sehen und nicht nur ein Wärmefleck — der Unterschied zwischen „dort brennt es" und „so weit ist es gekommen".

Neben dem Echtfarbenbild führt SAMOWESP zu jeder ausgewählten Szene die Kanäle im nahen Infrarot (10 Meter) und im kurzwelligen Infrarot (20 Meter) mit. Sie werden für die Bildebene nicht gebraucht; sie sind der Vorrat für die Brandschwere-Rechnung.

Warum SAMOWESP die Kacheln selbst schneidet

Für Sentinel-2 gibt es keinen fertigen, schlüssellosen Kacheldienst. Drei Wege wurden geprüft und sind ausgeschieden: NASA GIBS führt von Sentinel-2 nur Bahnspuren und kein Bildprodukt. Das Copernicus Data Space Ecosystem stellt die Bilder bereit, verlangt für die Ausgabe aber ein Konto und eine konfigurierte Instanzkennung. Und der frei erreichbare Dienst „Sentinel-2 cloudless" von EOX steht nach seiner eigenen Beschreibung unter einer nicht-kommerziellen Lizenz — SAMOWESP ist ein Produkt der samoLabs, die Ebene ist damit nicht nutzbar.

Was es ohne Registrierung gibt, sind die Rohszenen als Cloud Optimized GeoTIFF im AWS-Open-Data-Programm, katalogisiert über einen STAC-Katalog. SAMOWESP sucht dort je Abfragetag die beste Szene je Aufnahmefeld und schneidet die Kartenkacheln über eine eigene Kachelinstanz. Der Browser sieht davon nichts: weder der Katalog noch der Speicher noch die Kachelinstanz stehen je in einer Browser-Anfrage.

Wie die Szene gewählt wird

Das Teilgebiet ist das Aufnahmefeld des Satelliten im militärischen Gitter (MGRS), rund 110 mal 110 Kilometer; über dem Arbeitsgebiet sind das etwa hundert Felder. Ein selbst gezeichnetes Raster hätte zwangsläufig Löcher.

In die Auswahl kommt nur, was weniger als 60 Prozent Wolken und zugleich weniger als 60 Prozent Fehlstellen hat. Der zweite Filter ist kein Beiwerk: eine Szene am Rand des Aufnahmestreifens ist zu 57 Prozent leer und meldet trotzdem 0,05 Prozent Wolken, weil sich der Wolkenanteil auf die gültigen Bildpunkte bezieht. Wer nur auf Wolken filtert, wählt genau diese leeren Szenen aus.

Unter den verbliebenen gewinnt die beste Mischung aus Nutzbarkeit und Frische. Ein Alterszuschlag von 1,5 Prozentpunkten je Tag beantwortet dabei genau eine Frage: Wie viel mehr Wolken darf ein Bild haben, damit es wegen seiner Frische trotzdem gewinnt? Gemessen senkt er über dem Arbeitsgebiet das mittlere Bildalter von 4,3 auf 2,5 Tage und hebt die höchste Bewölkung von 20 auf 30 Prozent — ein Tausch, der für ein Lagebild richtig herum steht.

Grenzen

Reflektiertes Licht heißt: nur bei Tag, nur ohne Wolken. Und das Bild hat nicht ein Datum, sondern je Aufnahmefeld ein eigenes. Am 3. August 2026 lagen über dem Arbeitsgebiet 101 Felder mit Aufnahmen vom 25. Juli bis zum 3. August, bei einem höchsten Wolkenanteil von 29,7 und einem mittleren von 0,2 Prozent.

Deshalb nennt die Zeichenerklärung zu jedem Ausschnitt Szenendatum und Wolkenanteil. Ein Detailbild, das je nach Gebiet mehrere Tage alt ist, ohne sein Datum zu zeigen, wäre im Lagebetrieb eine Falle.

Unterhalb der Zoomstufe 10 bleibt die Ebene bewusst leer: eine Kartenkachel wäre dort 78 Kilometer breit und fiele fast immer auf zwei Szenen, von denen sie nur eine zeigen könnte. Den Überblick tragen in diesem Maßstab die Tagesbilder.

Quellen

Modifizierte Copernicus-Sentinel-Daten (ESA), bereitgestellt über das AWS-Open-Data-Programm · eigene Messungen, 3. August 2026

SAMOWESP ist eine Marke der samoLabs.