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Sentinel-5P TROPOMI — Spurengase

TROPOMI zeigt, wo eine Abgas- oder Rauchfahne liegt. Was ein Mensch in einem Talkessel einatmet, zeigt es nicht — und genau daran hängt die wichtigste Einschränkung dieser Ebene.

Betreiber
ESA · Copernicus
Instrument
TROPOMI
Auflösung
3,5 × 5,5 km
Takt
täglich, ein Überflug
Produkt
NO₂ troposphärische Säule · SO₂ Gesamtsäule
Bezug
NASA EOSDIS GIBS
Abdeckung
seit 06.05.2018

Was gemessen wird — und was nicht

TROPOMI misst keine Konzentration am Boden. Es misst, wie viel eines Spurengases in der Luftsäule über einem Ort steht: bei Stickstoffdioxid die troposphärische Säule, bei Schwefeldioxid die Gesamtsäule. Der Sensor wertet dafür das von der Atmosphäre zurückgestreute Sonnenlicht aus — jedes Gas nimmt bestimmte Wellenlängen weg, und aus dieser Signatur folgt die Menge.

Ein hoher Wert kann von einem Schornstein stammen, aber auch von einer Fahne, die in zwei Kilometern Höhe über das Gebiet gezogen ist. Für die Frage „wie viel atmet jemand in Kakanj ein" ist das die falsche Größe. Für die Frage „wo liegt heute die Abgasfahne" ist es die richtige.

Auflösung und Takt

Ein TROPOMI-Bildpunkt ist 3,5 mal 5,5 Kilometer groß. Der Satellit überfliegt das Arbeitsgebiet einmal täglich, praktisch zeitgleich mit NOAA-20 gegen 11:30 bis 12:45 UTC; verarbeitet steht die Kachel rund zwei bis drei Stunden später bereit. Vormittags ist der laufende Tag deshalb großflächig noch nicht vorhanden — die Karte zeigt dann die letzte vollständige Szene und schreibt deren Datum daran.

In dieser Rasterweite ist eine Stadt wie Zenica wenige Bildpunkte breit, ein einzelnes Werk keiner.

Der Sonderfall Schwefeldioxid

Schwefeldioxid ist im Arbeitsgebiet die politisch wichtigste Größe: Bosnien und Herzegowina trägt europaweit eine Spitzenlast aus der Kohleverstromung, und im Pilotgebiet steht das Kraftwerk Kakanj.

Genau hier stößt die Satellitenmessung an ihre Grenze. Eine Gesamtsäule aus 3,5 mal 5,5 Kilometern, einmal am Tag gemessen, ist auf große Quellen ausgelegt — Vulkanausbrüche, Großbrände, ganze Industrieregionen. Ob ein einzelnes Kraftwerk gerade über einem Grenzwert liegt, beantwortet sie nicht.

SAMOWESP nennt für diesen Bezugsweg bewusst keine Nachweisgrenze in Zahlen: für die fertigen Farbkacheln aus GIBS ist keine veröffentlicht, und eine geschätzte Zahl wäre an dieser Stelle schlimmer als gar keine. Die Antwort auf die Schwefeldioxid-Frage liegt deshalb nicht im Orbit, sondern am Boden — in elektrochemischen Zellen der Voll-Station der SAMOWESP-Sensorbox, kalibriert gegen dieselbe amtliche Messstelle, die auch die Behörde nutzt.

Warum nur zwei Produkte

GIBS führt genau zwei TROPOMI-Produkte als fertige, schlüssellose Farbkacheln: die troposphärische Stickstoffdioxid-Säule und die Schwefeldioxid-Gesamtsäule. Beide sind angebunden, beide reichen bis zum 6. Mai 2018 zurück.

Alle weiteren Größen des Satelliten — Kohlenmonoxid, Methan, Aerosolindex, Ozon — liegen ausschließlich im Copernicus Data Space Ecosystem, dessen Dienste eine Registrierung und eine konfigurierte Instanzkennung verlangen. Das wäre ein zweiter Bezugsweg mit eigener Anmeldeverwaltung und ist bewusst nicht angebunden.

Quellen

Modifizierte Copernicus-Sentinel-Daten (ESA), bezogen über NASA EOSDIS GIBS/Worldview · Prüfung der GIBS-Capabilities am 3. August 2026

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